Ist Honig gesund und warum? Hier erfährst du es!

Die Frage ist eigentlich nicht, ob Honig gesund ist, sondern vielmehr, warum ist er das? Immerhin besteht er doch zu 80 Prozent aus Zucker und 20 Prozent aus Wasser. Kann so ein hoher Zuckeranteil tatsächlich gesund sein?

Oberflächlich betrachtet, müsste Honig in die Reihe der ungesunden Lebensmittel eingereiht werden. Wird er aber nicht, im Gegenteil – Honig gilt als ein gesundes Lebensmittel und wird sogar als Zuckerersatz empfohlen. Das hat gute Gründe, die im Verlauf des folgenden Artikels beleuchtet und erklärt werden.

Honig im Laufe der Zeit

Die Steinzeit markiert den Beginn der Menschheitsgeschichte, das belegen Funde von Steinwerkzeugen, die etwa 3,4 Millionen Jahre auf dem Buckel haben. Zu dieser Zeit wussten die Menschen sicher noch nichts über Honig, obwohl die Bienen vermutlich schon in der Kreidezeit auf der Erde lebte. Während der Steinzeit ernährten sich die Menschen von erlegtem Wild oder von Pflanzen, Früchten, Pilzen, Samen oder Wurzeln. Kurz – es waren Jäger oder Sammler. Ganz interessant, dass sich damals schon zeigte, dass die Aufgaben je nach Fähigkeit eingeteilt wurden. Der eine kam vielleicht besser damit zurecht, Wild aufzuspüren und zu erlegen, der andere war besser darin, essbare Wurzeln zu finden.

“Honigjäger” Höhlenmalerei

Eine Gruppe spezialisierte sich darauf, Bienennester zu „plündern“, es waren die Honigjäger. Falls du mal in der spanischen Provinz Valencia deinen Urlaub verbringst, solltest du einen Besuch zu den Höhlen in der Gemeinde Bicorp einplanen. Die Höhlengruppe „Cuevas de la Araña“ liegt etwa 60 Kilometer südöstlich der Stadt Valencia und zeigt fantastische Höhlenmalereien – unter anderem eben auch einen Honigjäger.

Deutlich erkennbar steht eine Person auf einem Baum, eine Hand im Bienennest, in der anderen ein Sammelgefäß. Diese Höhlenmalerei ist unter Historikern umstritten, geht es um das exakte Alter der Zeichnung. Die einen meinen, die Höhlenmalerei mit dem Honigräuber sei mindestens 10.000 Jahre v. Chr. entstanden, die anderen datieren das Alter auf 6.000 Jahre v. Chr. Wie auch immer – offensichtlich wollten die Menschen damals den Honig haben.

Gezielte Honiggewinnung im alten Ägypten

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Es wird vermutet, dass die erste gezielte Bienenhaltung etwa um 7.000 v. Chr. in Anatolien praktiziert wurde. Etwa um 3.000 v. Chr. begannen die Menschen, im alten Ägypten Beinen zu halten. Es wurde wohl erkannt, dass die kleinen Insekten dem Menschen Gutes tun können, wenn sie vernünftig behandelt werden. Relativ schnell stieg Honig in Ägypten zu einer Delikatesse auf und wurde kurzerhand als „Speise der Götter“ bezeichnet. Die süße Köstlichkeit galt jetzt sogar als „Quell der Unsterblichkeit“. Der Preis kletterte nach oben, Honig war nur noch für Reiche erschwinglich. Ein Topf konnte durchaus den Tausch mit einem Esel bedeuten. Die Nachfrage nach Honig erschloss neue Berufsfelder, denn jetzt kamen die ersten Wanderimker auf.

Historiker sind der Ansicht, dass Honig bereits zu dieser Zeit neben seiner Eigenschaft als Süßungsmittel auch zu Heilzwecken eingesetzt wurde. Auch das Bienenwachs wurde derzeit schon genutzt, als kosmetische Substanz aber auch in der Lederverarbeitung.

Die griechische Antike, der Koran und das Kochbuch

Obwohl Honig vermutlich bereits im alten Ägypten als Heilmittel Anklang fand, wird die medizinische Wirkung des Bienenprodukts den Griechen zugesprochen. Um 400 v. Chr. wirkte Hippokrates im antiken Griechenland. Er empfahl Einreibungen mit Honig, um Fieber zu senken. Den Sportlern, die an den Olympischen Spielen teilnahmen, trug er auf, eine Mischung aus Honig und Wasser vor dem Wettkampf zu trinken, um die Leistungsfähigkeit zu verbessern.
Der griechische Philosoph Aristoteles hingegen erforschte als erster Mensch die Bienen auf wissenschaftlicher Basis. Die Bienen wurden so nach und nach in das Leben des Menschen integriert.

Selbst im Koran findet sich in der 16. Sure, Vers 68-69 ein Absatz, der besagt, dass „die Biene durch Eingebung den Befehl bekam, von allen Früchten zu essen, dadurch ein Getränk (Honig) in unterschiedlichen Farben herzustellen und dass dieser Honig für den Menschen eine Heilwirkung besitzt“.

Ein Kochbuch, welches im Jahre 1547 „erschien“, wies darauf hin, dass Honig den Magen reinigt, Geschwüre heilt und bei Zahnfleisch- oder Rachenraumbeschwerden per Gurgeln verwendet werden solle. Das Buch existiert übrigens heute noch, es steht in der österreichischen Nationalbibliothek, falls du dort deinen Urlaub verbringst.

Die Gründe für die Erkenntnisse der damaligen Zeiten

Vermutlich kamen die Menschen zufällig hinter die Heilwirkung. Wissenschaftliche Labore gab es noch nicht und es wurde vieles durch Ausprobieren entdeckt. Es kann sich aber auch so abgespielt haben wie in Neuseeland, als zugezogene, weiße Siedler den dort verbreiteten Manuka Honig als Viehfutter nutzen, da er ihrer Meinung nach minderwertig war. Erst als das Vieh, welches den Honig zugefüttert bekam, widerstandsfähiger und robuster war, kam man dahinter, dass das vielleicht an dem Honig liegen könnte. Heute zählt Manuka Honig zu den teuersten Honigen überhaupt.

Was ist am Honig gesund?

Ein Blick auf die Zusammensetzung erklärt noch nicht ganz schlüssig, warum Honig als gesund gilt. Das Bienenprodukt besteht aus den Zuckerarten Fructose (Fruchtzucker) und Glucose (Traubenzucker), Saccharose (Mehrfachzucker) sowie aus Wasser. Hinzu kommen je nach Honigsorte Proteine, Enzyme, Mineralstoffe, Vitamine, Aminosäuren und Spurenelemente. Prozentual aufgelistet ergibt sich folgende Zusammensetzung, die natürlich je nach Sorte variiert:

  • 27 – 44 Prozent Fructose
  • 22 – 41 Prozent Glucose
  • ca. 5 Prozent Saccharose
  • 15 – 21 Prozent Wasser (außer Heidehonig mit 23 Prozent)
  • 2 – 4 Prozent der Nährstoffe

Wenn du Honig kaufst, der in Deutschland produziert wurde, erhältst du ein vollkommen naturreines Produkt, das ist schon einmal eine gute Voraussetzung für ein gesundes Erzeugnis. Allerdings reicht es nicht, wenn das flüssige Gold in Deutschland abgefüllt wurde – nein, er muss schon hier hergestellt worden sein. In einigen Ländern ist es erlaubt, dem Honig Zusätze zuzuführen, in Deutschland ist das nicht erlaubt. Das wird über die Honigverordnung geregelt.

Quelle: http://deutscherimkerbund.de/userfiles/downloads/satzung_richtlinien/Honigverordnung_30.06.2015.pdf

Ein weiterer Pluspunkt ist die relative Keimfreiheit des Honig. Durch den hohen Zuckergehalt können sich im Honig enthaltene Keime nicht vermehren. Das gilt sowohl für Bakterien als auch für Pilze und andere schädliche Erreger. Da der Zucker das enthaltene Wasser bindet, können die Mikroorganismen nicht überleben.

Honig und seine antibakterielle Wirkung

Honig hemmt den Prozess einer Entzündung, indem er das Wachstum der Erreger verhindert. Ein Grund für die antiseptische Wirkung liegt in unter anderem im Vorkommen von Wasserstoffperoxid, ein anderer in den enthaltenen Polyphenolen. Zudem ist die Wissenschaft derzeit dabei, die im Honig vorkommenden Inhibine und Flavonoide genauer zu untersuchen, allen Substanzen wird eine lindernde Wirkung bei Infektion zugeschrieben. Allerdings kommen diese Stoffe in einer sehr geringen Konzentration im Honig vor, vermutlich resultiert hier die gesunde Wirkung eher auf dem Zusammenspiel der verschiedenen Substanzen.

Quelle: https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/fileadmin/einrichtungen/bienenkunde/PDF/Honig.pdf

Es ist bekannt, dass Honig sogar mit Bakterien fertig werden kann, die gegen Antibiotika resistent sind. Das trifft hauptsächlich auf den neuseeländischen Manuka Honig zu, der sehr hohe Mengen an Methylglyoxal beinhaltet. Dieser Stoff, der beim Verarbeitungsprozess der Honigbienen aus dem Nektar der Südseemyrte entsteht, ist ein antibakteriell wirkendes Zuckerabbauprodukt. Gebildet wird es in der Honigwabe durch die Abspaltung des Stoffes Dihydroxyaceton, das im Blütennektar enthalten ist.

Besonders gegen die Bakterien Staphylococcus aureus und Escheria coli zeigt sich der neuseeländische Honig äußerst wirksam. Hinzu kommt, dass die Substanz hitzebeständig ist, so dass beim Erwärmen eines eventuell kristallisierten Honigs keine Nachteile drohen.

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18210383

Honig – ein Lebensmittel oder ein Naturheilmittel?

In erster Linie ist Honig ein Lebensmittel – und sonst nichts. Das ist zumindest der Stand der derzeitigen Gesetzeslage. Eine Ausnahme bildet eine Honigsorte, die als medizinischer Honig zugelassen ist – Medihoney. Dabei handelt es sich um Manuka Honig, der durch spezielle Verfahren keimfrei gemacht wurde.

Doch sicher wird niemand abstreiten, dass Honig – ob neuseeländischer oder deutscher – eine ausgesprochen positive Wirkung bei diversen Beschwerden hat.

Bei welchen Beschwerden kann Honig helfen?

Sicher kennst du das alte Hausrezept, bei einer Erkältung Milch mit Honig zu trinken. Ganz besonders steht hier der Husten im Fokus. Die Honiggabe bei Husten ist eine jahrhundertelange Tradition und wurde im Jahre 2012 in einer Studie bestätigt. 200 erkältete Kinder bekamen vor dem Schlafengehen 10 Gramm Honig, entweder Eukalyptushonig, Melissenhonig oder Thymianhonig. Die Kinder waren mindestens ein Jahr alt und eine Vergleichsgruppe von 70 Kindern erhielt ein pflanzliches Extrakt, welches dem Honig nur äußerlich ähnelte. Das Ergebnis zeigte, dass die Kinder mit dem Honig eine deutliche Besserung ihrer Symptome aufwiesen, während die Kleinen mit der honigähnlichen Silan-Dattel-Mischung diesen Effekt nicht hatten.

Quelle: http://pediatrics.aappublications.org/content/early/2012/08/01/peds.2011-3075

Auch wenn Honig nur geringe Mengen an Nährstoffen enthält, so dient er doch unserem Immunsystem. Nimmst du das Bienenprodukt zusammen mit anderen wertvollen Substanzen aus der Natur ein, etwa einem Spritzer einer frischen Zitrone und etwas Ingwer, bringst du ein angeschlagenes Abwehrsystem flott wieder auf die Beine.

Auch beim Abnehmen ist Honig eine gesunde Alternative zum Zucker – auch wenn er eigentlich mehr Kalorien enthält. Einerseits benötigst du weniger Honig, um die gleiche Süße wie die vom Zucker herzustellen, andererseits verarbeitet dein Körper Honig völlig anders.

Quelle: http://www.imker.at/Bericht_Renate_Frank.pdf

Wann ist Honig besonders gesundheitsfördernd?

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Geht es um virale oder bakterielle Infekte, kann Honig zur Linderung führen. Natürlich reicht der Griff zum Honigglas bei einer schweren Infektion nicht aus, da ist ärztliche Hilfe gefragt, doch bei einer beginnenden Erkältung lässt sich diese eventuell noch eindämmen, bevor sich die Schnupfenviren rasant vermehrten. Bewährt hat sich hier Manuka Honig, Eukalyptushonig und natürlich der allseits bekannte Fenchelhonig.

Als Wundauflage ist ebenfalls Honig zu empfehlen, sofern es sich um einen Honig handelt, der seinen Platz im Apothekenschrank hat. Denn Butter- oder Brotreste sollten nicht unbedingt auf einer Wunde landen. Ganz besonders zu empfehlen ist hier der schon angesprochene Manuka Honig, bestenfalls sogar in Form als Medihoney.

Selbst bei Pilzerkrankungen gibt es eine erstaunliche Wirkung auf die Pilzsporen. Sie können sich nicht mehr vermehren und sterben ab. Das Gute an einer Wundbehandlung mit Honig liegt im sanften Wiederaufbau der Hautstruktur, so kommt es unter der Verwendung von Honig zu einer reduzierten Narbenbildung.

Auf die Verdauung kann Honig einen maßgeblichen Einfluss haben. Der hohe Zuckergehalt kann abführend wirken, deswegen empfehlen manche Kinderärzte gerne mal ein zwei Löffel Honig zu essen.

Wer sollte auf Honig verzichten?

  • Diabetiker

Da – wie schon angesprochen – hauptsächlich verschiedene Zuckerarten im Honig vorkommen, ist das Lebensmittel für Diabetiker vielleicht nicht tabu, aber doch mit erheblichen Einschränkungen zu genießen. Auch wenn erwiesen ist, dass die Zuckerstoffe vom Honig deutlich besser verstoffwechselt werden, steigt dennoch der Insulispiegel nach dem Verzehr von Honig an. Da bei Diabetikern das Hormon Insulin fehlt, können sie diesen Zuckeranstieg im Blut nicht regulieren.

  • Säuglinge

Kommt ein Baby zur Welt, hat es einen relativ sterilen Darm. Erst im Laufe der Zeit siedeln sich Bakterien an, die eine schützende Darmflora bilden. Gelangt jetzt das schädliche Bakterium Clostridium in die ungeschützte Darmflora des Säuglings ein, kann das schwerwiegende Folgen haben. Dieses Bakterium ist für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ungefährlich – doch bei Säuglingen kann es zum Säuglingsbotulismus kommen, einer Erkrankung, die zur Muskellähmung führen kann. Da das Bakterium auch im Naturprodukt Honig vorkommen kann, sollten Säuglinge bis zu ihrem ersten Lebensjahr keinesfalls Honig bekommen.

  • Menschen mit chronischen Darmproblemen

Bei Patienten, die an Morbus-Crohn oder einer ähnlichen Krankheit leiden, gilt Vorsicht – eben wegen dem Bakterium Clostridium. Wer an einer chronischen Darmerkrankung leidet, sollte definitiv vor dem Verzehr von Honig seinen Arzt befragen.

Kann Honig auch ungesund sein?

So pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, denn es gibt natürlich ein paar Fakten, die den Gesundheitswert reduzieren. Der Honig, der im Supermarkt angeboten wird, mag vielleicht günstig sein – das war es aber auch schon. Die meisten Supermarkt-Honige dürften pasteurisiert sein, sie werden also kurz erhitzt. Damit geht bereits ein Teil der gesunden Inhaltsstoffe verloren. Das größere Problem ist die Herkunft. Selbst bekannte Hersteller haben auf dem Etikett stehen, dass der Honig aus EG und Nicht-EG-Ländern stammt. Und leider hat nicht jedes Land so einen ausgezeichneten Schutz einem so wertvollen Produkt gegenüber.

In einigen Ländern sind chemische Zusätze oder sogar Medikamente erlaubt, die dann in den Honig eingearbeitet werden – ein gesundes Lebensmittel ist dann eventuell nicht mehr.

Deswegen solltest du also beim Kauf entweder darauf achten, dass du deutschen Honig bekommst – das muss deklariert sein oder dass du einen Sortenhonig aussuchst. So ist beispielsweise Ingwerhonig oder Manuka Honig hierzulande nicht pr  oduzierbar – einfach, weil die Pflanzen hier nicht heimisch sind. Dennoch ist es ein Sortenhonig, dessen Herkunft nachvollziehbar ist. Eine Honig-Mischung, bestehend aus vielen Ländern – das ist nicht nachvollziehbar.

Auch aus Gründen des Tierschutzes solltest du auf massenhaft produzierten Honig verzichten. Also lieber einmal beim Imker um die Ecke nachfragen oder hier auf der Seite stöbern – da findest du genug Honige, die tatsächlich gesund sind!

Bevor du gehst..

Mein Tipp: diese Tropfen verwende ich selbst: